Unsere aktuelle Sonderausstellung: Weltklasse in Hildesheim - 50 Jahre von-Beckerath-Orgel in St. Andreas

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Weltklasse in Hildesheim - 50 Jahre von-Beckerath-Orgel in St. Andreas

Plakat zur Orgelausstellung

Am 31.01.1966 konnte die von der renommierten Hamburger Orgelwerkstatt Rudolf von Beckerath erbaute viermanualige und mit 63 Registern ausgestattete neue Orgel der St.-Andreas-Kirche eingeweiht werden. Bis heute zählt das Instrument zu den bedeutendsten Orgel-Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg und verfügt zudem über einen der flächenmäßig größten Orgelprospekte Norddeutschlands. Eine Besonderheit ist der offene Prinzipal 32', ein Register, das über 12 m lange Orgelpfeifen verfügt und aufgrund der Raumhöhe in St. Andreas in dieser Form überhaupt Aufstellung finden konnte. Die in der Zwischenzeit kaum veränderte Orgel besticht seitdem durch ihr überzeugendes Klangbild und ist zugleich ein Zeugnis der künstlerischen Intention und Arbeit ihres Erbauers. Zahlreiche Organisten aus dem In- und Ausland, z.B. aus den Vereinigten Staaten, haben hier bereits Rundfunk- und Schallplatteneinspielungen durchgeführt. Anlässlich des 50. Geburtstages dieses Instrumentes wird am 29. Januar 2016 im Rahmen eines zweiteiligen Festaktes im Stadtmuseum Hildesheim in Kooperation mit der evangelischen Gemeinde St. Andreas und der Rudolph von Beckerath Orgelbau GmbH die Sonderausstellung "Weltklasse in Hildesheim. 50 Jahre von-Beckerath-Orgel in St. Andreas" eröffnet. In der vom 30. Januar bis 1. Mai 2016 laufenden Präsentation gibt es neben einer umfassenden Würdigung des "Geburtstagskindes" und ihrer "Schwestern", auch eine Darstellung über die vier in der 600jährigen Kirchengeschichte nachzuweisenden Orgeln an St. Andreas. Sicherlich wissen es nur wenige, dass die aus dem 16. Jahrhundert stammende und im 17. Jahrhundert verkaufte Orgel von St. Andreas heute noch in großen Teilen existiert. Nicht zuletzt findet die von Bürgermeister Dr. Johannes Mellinger gestiftete und am 22. März 1945 zerstörte Bader-Orgel eine entsprechende Würdigung. Eine Attraktion wird die Inszenierung einer Orgelwerkstatt sein, in der Besucherinnen und Besucher nicht nur die Entstehung einer Orgelpfeife, sondern auch ihre Dimensionen nachvollziehen können. Historische Film- und Bilddokumente, wie auch Zeitzeugen werden über dieses großartige Instrument berichten, das aus der Hildesheimer Kirchenmusiklandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Die von-Beckerath-Orgel, ein Weltklasseinstrument in einer wunderbaren Stadt, zu erleben im Stadtmuseum Hildesheim.

Ausstellungsraum 1
Am Anfang begrüßt das "Geburtstagskind" den eintretenden Besucher auf einem fulminanten Foto. Aber auch hier lässt sich die majestätische Größe des Instruments nur erahnen. Deutlicher werden die Ausmaße, wenn die Augen des Betrachters auf den Boden schwenken und an der grafischen Darstellung der längsten Orgelpfeife der Beckerathschen Orgel entlang blicken. Knapp 12 Meter misst diese Pfeife das sogenannte "Prinzipal 32' (Fuß)" aus einer Zinnlegierung und hat im dreidimensionalen Zustand einen Durchmesser vom 45 cm. Pfeifen und die Pfeifenherstellung sind dann auch Hauptthema des Mittelraumes. Eingerahmt durch historische Fotos des Quartiers rund um die St.-Andreas-Kirche werden verschiedene Pfeifen präsentiert, die nicht nur angeschaut, sondern auch berührt werden dürfen. Eine alte Werkbank aus der Hamburger Orgelbauwerkstatt steht stellvertretend für den handwerklichen Vorgang, den jede Orgel bis zu ihrer Aufstellung durchläuft. In diesem "Werkstattbereich" erläutern zahlreiche Fototafeln den Herstellungsprozess einer Metallpfeife vom Guss bis zur Intonation. Mit Rudolf von Beckerath als "Hauptdarsteller" zeigt der historische Film "Urlaub für den Kontrapunkt" aus dem Jahr 1958 eindrücklich die unzähligen Arbeitsschritte des Orgelbaus in der Hamburger Werkstatt.

Ausstellungsraum 2 (links)
Die Geschichte der Orgel im Allgemeinen und vor allem die der St.-Andreas-Kirche wird hier vom Mittelalter bis zur Kriegszerstörung Jahre nacherzählt. Anhand von Mit-Mach-Stationen kann der Besucher zum Beispiel die Rolle des Kalkanten (Balgtreter) einnehmen und einen Windsack füllen oder auf einer Organisten Bank Platz nehmen, um einmal theoretisch das Pedalwerk einer Orgel zu spielen. Ein Traktur-Modell erläutert die Technik im Innern der Orgel und auch hier heißt es: Anfassen und staunen erwünscht!

Ausstellungsraum 3 (rechts)
Dieser Raum ist der Orgelbauwerkstatt Rudolf von Beckerath GmbH Hamburg und deren Werken gewidmet. Historische Akten, Modelle von Orgelentwürfen, Fotos von Orgeln aus aller Welt und vieles mehr können hier den Betrachter begeistern.