Der Schatz! 150 Jahre Hildesheimer Silberfund

18. Oktober 2018 bis 28. April 2019

Als vor 150 Jahren, am 17. Oktober 1868 preußische Soldaten beim Ausbau ihres Schießstandes am Hildesheimer Galgenberg ein aus 77 Teilen bestehendes römisches Prunksilber entdeckten, war die Sensation perfekt! Es handelte sich um Tafelgeschirr aus der Zeit um Christi Geburt, dass seitdem unter dem Namen "Hildesheimer Silberfund" berühmt geworden ist.

Nach zähem Ringen gelangte der Silberfund noch im Jahr seiner Auffindung in die Antikensammlung nach Berlin. Im Gegenzug erhielt Hildesheim eine originalgetreue Kopie, die im hiesigen Stadtmuseum die Geschichte dieses für die europäische Archäologiegeschichte äußerst bemerkenswerten Fundes nach wie vor wach hält.

Seit nunmehr 150 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler und Restauratoren mit diesem Schatz. Unzählige Fachpublikationen sind seitdem erschienen, aber auch viele spekulative Theorien. Denn nach wie vor konnte das Geheimnis seines vormaligen Besitzers und die Gründe der Platzierung an diesem Ort bis heute nicht entschlüsselt werden.

Anlässlich des 150. Jahrestages der Auffindung des "Schatzes" beleuchtet die aktuelle Sonderausstellung dieses Thema aus einer ganz neuen Perspektive. Neuere Forschungen und Analysen ergeben zusammen inzwischen ein genaueres Bild der Geschichte des Hildesheimer Silberfundes. Erstmals konnte sogar der antike Vorbesitzer eines der Trinkgefäße identifiziert werden, ein hochrangiger Militärbeamter namens Bochus. Ergänzt durch aktuelle Grabungsergebnisse auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Heerlagers im Raum Hannover kann ein Stück der geheimnisvollen Geschichte des Fundes weiter gelüftet werden.

Anhand spannender Modelle, zahlreicher Aktivstationen und dem Nachbau eines römischen Tricliniums (Speiseraumes) wird der Besucher mitgenommen ins römische Reich des 1. Jahrhunderts nach Christi Geburt. Als Höhepunkt der Ausstellung kehren sechs Originale des Silberfundes als temporäre Leihgaben nach Hildesheim zurück. Die Präsentation geht den Herstellungstechniken und dem Gebrauch der kostbaren Stücke auf den Grund und stellt sie in Dialog mit zahlreichen Repliken, auch denen von Hildesheimer Privatleihgebern.